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Ein erfolgreicher Fußballverein aus der Region Aachen mit mehr als 600 Mitgliedern !

Egidius Braun

Der SV Breinig 1910 ist einer von vielen Sportvereinen im Dreiländereck bei Aachen. Dank seinem prominenten Mitglied Egidius Braun ist der SV Breinig 1910 allerdings die bundesweit bekannteste Adresse im Fußball-Amateurlager. Denn immer wenn es sich ergibt, und dafür sorgt er schon, streut der jetzige DFB-Ehrenpräsident einen Hinweis auf die Idylle seines Heimatklubs ein, wo er als Teenager den geraden Schuss und den klassischen Kopfball erlernte. Für den Erhalt dieser und möglichst vieler ähnlich heiler Breinig-Biotope in deutschen Landen, die Kinder noch in ihrem Sozialverhalten fürs Leben schulen, lohne es sich zu kämpfen, fügt er gerne an.

Egidius Braun (der seltene Vorname stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet soviel wie "Schildhalter") spielte oft als bekennender Katholik häufig sonntags im Kloster der Augustinerinnen in Aachen-Walheim bei der heiligen Messe die Orgel; er macht aus seiner Vorliebe für den so genannten "kleinen Fußball" keinen Hehl und spricht auch sonst darüber, dass er viel Gutes tut. Wer ihn deshalb einen Populisten nennt, tut dem Mann unrecht. Den Fußball, referierte er zu seiner Zeit als DFB-Präsident gerne, vor allem die Nationalspieler, "kann ich eben nur in dieser Position für Sozialarbeiten missbrauchen".

Kein Zweifel, mit dem studierten Kaufmann (Ex- und Importbetrieb für Agrarprodukte) und Unternehmensberater Braun als Präsident an der Spitze hatte der DFB sein nationales und internationales Engagement im Sozialbereich ausgeweitet. Der Aachener fühlte sich zwar in vielerlei Hinsicht den Vorgaben seines Wegbegleiters und Freundes Neuberger verpflichtet, trat auch durchaus wie sein Vorgänger als charismatischer Kosmopolit auf, doch verlor er nie seine Chancen aus den Augen, den Schwachen zu helfen, die sich hinter den Schlagzeilen des großen Geschäfts mit dem Ball ducken. Über spöttische Mutmaßungen, mit dieser Fürsorge sei er nicht mehr von dieser Welt und in der Ellenbogen-Gesellschaft eine Fehlbesetzung, ging er mit mildem Lächeln hinweg. "Pater Braun", wie er in Anlehnung an die berühmte Romanfigur genannt wurde und wird ("Wenn damit beschrieben werden soll, dass mir menschliches Miteinander von großer Bedeutung ist, bin ich damit sehr einverstanden. Wenn damit gemeint ist, dass ich zu allem ja und amen sage, ist das völlig falsch."), wusste und weiß sich durchzusetzen. Wer je mit ihm am Verhandlungstisch saß, hat’s erfahren. Sein Spesensatz - eine altmodische Zahl, mit der er gern kokettiert - belief sich auf 20 Mark am Tag und stand in umgekehrtem Verhältnis zu seinem zeitweiligen Drang, sich als Workaholic zu betätigen. Braun fühlte sich als Anwalt von fast sechseinhalb Millionen Mitgliedern, die im DFB den größten Einzelsportverband der Welt darstellen, "die bedeutendste Gesellschaftsbewegung überhaupt", und ihr Mandat verlieh ihm Durchschlagskraft und seinen Argumenten zusätzliche Stärke.

Dass Braun, der seine Karriere in der Sportverwaltung Anfang der siebziger Jahre beim Fußballverband Mittelrhein begann, einmal Neuberger an der Spitze beerben würde, war zunächst nicht abzusehen. Sein Rückblick: "Als ich 1977 zum DFB-Schatzmeister gewählt wurde, galt ich keineswegs als Wunschkandidat des damaligen Präsidiums. Für Hermann Neuberger und mich brachte die Zeit nach der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien ein Schlüsselerlebnis. Nach diesem wenig erfreulichen Turnier forderte ich die Bereitschaft zu interner, harter Selbstkritik. Dies wurde zunächst missverstanden. Doch als ich Neuberger deutlich machte, dass nicht die Kritik an Personen gemeint war, dass ich im Gegenteil mein eigenes Schicksal mit seinem verbinden würde, war dies die Wurzel unserer vertrauensvollen Gemeinsamkeit."

Neuberger und sein "Schildhalter" Braun, sie bildeten zusammen ein starkes Team. Gemeinsam bewältigten sie die Anfeindungen im Vorfeld des Europameisterschaftsturniers 1988 in Deutschland, gemeinsam feierten sie den deutschen WM-Triumph 1990 in Italien, gemeinsam managten sie die Gewinn-Maximierung im TV-Millionenpoker um die Übertragungsrechte der Bundesliga, der Länderspiele und der großen internationalen Turniere. Braun sah sich nach dem Tod seines Freundes und Vorgängers ständig steigendem Druck ausgesetzt, dem Pay-TV für die Fußball-WM 2002 und 2006 unter ausschließlich kommerziellen Gesichtspunkten die Tore zu öffnen. Ein solches Ansinnen ging ans Eingemachte. "Nicht für eine Milliarde Mark", beschied er die Antragsteller, werde er zulassen, "dass den Fußballfans ihre Nationalelf verschlüsselt wird. Das wird es unter mir nicht geben."

Ebenso kraftvoll setzte sich Egidius Braun für die deutsche WM-Bewerbung ein. Dies, so Braun mit Inbrunst, sei eine optimale Chance, sich als "neues Deutschland im Herzen Europas" darzustellen. Aber nicht ohne zwei Stadien in den neuen Bundesländern. Die Vergabe der Ausrichtung der WM 2006 an Deutschland im Sommer 2000 bleibt also massgeblich mit der Arbeit von Egidius Braun verbunden. Braun, ein Freund der schönen Künste, der als Delegationsleiter des deutschen Teams in Mexiko (WM 1986) am Flügel für Stimmung sorgte und als Sportdiplomat in der Bonner guten Stube des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker aufspielte, wirkte in der Öffentlichkeit außerordentlich liebenswürdig und zugänglich. Zweifellos verstand er es in seiner verbindlichen Art, Menschen zu sich ins Boot zu ziehen. Er zeigte Gefühl, auch wenn ihn Kameras beobachten. Die Tränen, die Braun nach der schrecklichen Handlung deutscher Krimineller am französischen Polizisten David Nivel im WM-Spielort Lens vergossen hat, rührten Zuschauer in aller Welt an, weil sie ehrlicher Ausdruck seiner Erschütterung waren. "Das war die schwärzeste Stunde meines Lebens", gestand er und verwarf trotzdem den vorübergehenden Gedanken, als Ausdruck der Trauer die Nationalmannschaft aus dem laufenden Turnier zurückzuziehen: "Wir hätten vor dem Ungeist und dem Verbrechen kapituliert."

Sehr betroffen machten Braun auch die Umstände, die wenige Wochen nach dem WM-Aus der Nationalmannschaft (im Viertelfinale gegen Kroatien) im September 1998 zum Rücktritt des Bundestrainers Berti Vogts führten, mit dem ihn ein besonderes Verhältnis verband.

Einen Monat später bestätigte der DFB-Bundestag Egidius Braun mit großer Mehrheit in seinem Amt. Sein Kampf gegen Drogenmißbrauch, Arbeitslosigkeit, Armut in Dritte-Welt-Ländern und osteuropäischen Staaten, für die Integration von Ausländern und die Aufwertung des Ehrenamtes geht

  • Fußballerischer Lebensweg unseres Ehrenmitglied und
  • DFB-Ehrenpräsidenten
  • Dr. h.c. Egidius Braun
  • 27. Februar 1925    in Breinig geboren
  • Besuch der römisch-katholischen Volksschule Breinig
  • Eintritt als Jugendlicher in den SV Breinig
  • 16. März 1943    Abitur / Städtisches Gymnasium Alsdorf
  • ab 1946     nach Rückkehr aus Kriegsgefangenschaft aktiver Spieler in der 1. Mannschaft Selbständiger Unternehmer (Kartoffel-Braun) Philosophie und Jurastudium
  • 08. Mai 1954 18. August 1956  2. Vorsitzender  SV Breinig
  • 19. August 1956 20. Februar 1959  1. Vorsitzender  SV Breinig
  • 21. Februar 1959 08. Januar 1960  2. Vorsitzender  SV Breinig
  • 9. Januar 1960  19. Januar 1961 1. Vorsitzender  SV Breinig
  • 1960 –1968    Schiedsrichter (bis Bezirksliga)
  • 20. Januar 1961   25. Januar 1962  2. Vorsitzender  SV Breinig
  • Ehrennadel in Gold  des SV Breinig
  • 15. April 1967 - 26. April 1971 Beisitzer Spruchkammer Fußballkreis-7-Aachen
  • 04. Juni 1969 16. Juni 1971   1. Vorsitzender
  • ab April 1971   Vorsitzender Spruchkammer Fußballkreis-7-Aachen
  • 24. April 1971 - 25. Mai 1973  Vorsitzender Fußballkreis -7-Aachen
  • 19. Juni 1971 - 4. August 1973  Vorstandsmitglied (Beisitzer) Fußball-Verband Mittelrhein
  • 28. Oktober 1972 - 30.Juni 1973      Berufung in die DFB-Kommission "Neuordnung des Spielsystems" "Steuern  und Wirtschaft"
  • 26. Mai 1973 - 14. Mai 1975       Vorsitzender Fußballkreis-7-Aachen - Wiederwahl -
  • 04. August 1973  Sportschule Hennef - 12.25 Uhr  270 Delegierte aus den Vereinen des Fußball-Verbandes  Mittelrhein wählten den 48-jährigen Edi Braun Vorsitzender des,  Fußballkreis-7-  Aachen zum neuen Vorsitzenden des Fußball-  Verbandes Mittelrhein   gleichzeitig Mitglied des DFB-Beirates
  • 05. August 1973  Aufrücken in den Vorstand des Westdeutschen Fußball-Verbandes
  • 28. Oktober 1974 Beisitzer im DFB-Ausschuss - Steuern und Wirtschaft -
  • 29. Oktober 1977  28. ordentlicher Bundestag des DFB Wahl zum DFB-Schatzmeister unter Beibehaltung des Amtes als 1. Vorsitzender des Fußball-Verbandes Mittelrhein
  • Juni 1981 Verbandstag Fußball-Verband Mittelrhein   Für weitere 2 Jahre zum 1. Vorsitzenden gewählt. Mitglied der Organisations-Kommission (UEFA)
  • Juni 1983 dstag Fußball-Verband Mittelrhein Für weitere 2 Jahre zum 1. Vorsitzenden gewählt.
  • 31. August 1984  Bestätigung durch das Exekutiv-Komitee der UFFA als Mitglied der Organisations- Kommission
  • 28. Februar 1985  60. Geburtstag Verleihung "Bundesverdienstkreuz 1. Klasse" durch den Minister für Bundesangelegenheiten des Landes NRW, Günter Einert. Redebeiträge:  "Edi fällt ständig nach oben. Er widerspricht damit allen Gesetzen der Gravitation ! "(Willi Hennes)
  • Am 07. August gehört Ihnen das TIVOLI-Stadion zum Spiel der WM Elf von 1974 gegen den SV Breinig" (Oberbürgermeister der Stadt Aachen, Kurt Malangre)
  • 04. August 1985  Ehrenmitglied des SV 1910 Breinig
  • 05. Juli 1986 Verbandstag des Fußball-Verband Mittelrhein. Wiederwahl zum 1. Vorsitzenden,  mit  "Standing ovations" gefeiert, ohne Gegenstimme und Enthaltung. Geburtsstunde der "Mexiko-Hilfe"
  • Juni 1986 Erneut zum Mitglied der Organisations-Kommission (UEFA) bestellt. (hier: Fußball-Europameisterschaft)
  • 12. Oktober 1987  Verleihung „Sportplakette des Landes Nordrhein-Westfalen“ überreicht durch Kultusminister Schwier)
  • 24. Juni 1988 19. ordentlicher Kongress der Europäischen-Fußball-Union (UFFA) in München. Bei den anstehenden Neuwahlen entschieden sich die Delegierten aus 35 Ländern bereits im 1. Durchgang in geheimer Wahl für Egidius  Braun als Mitglied des Exekutiv - Komitee's. Er übernahm Aufgaben in der Organisations-Kommission für die Fußball-EM .
  • 26. Februar 1990  Vizepräsident der Organisation - Kommission der UEFA für die  Eropameisterschaft
  • 17. April 1991  Verleihung „Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik   Deutschland" (ausgehändigt durch Bundesinnenminister Dr. Schäuble, in Bonn 17.06.1991)
  • 24.Juni 1992  Bestätigung als Mitglied des Exekutiv - Komitee's der UFFA (Vorsitzender EM-Organisations-Kommission)
  • Ende Juni 1992  Verbandstag Fußball-Verband-Mittelrhein Für weitere 3 Jahre zum Vorsitzenden gewählt.
  • 24. Oktober 1992 34. Bundestag des DFB 10.45 Uhr, Berlin, Palast-Hotel Einstimmige Wahl zum neuen DFB-Präsidenten
  • 13. März 1993 Verbandstag des Fußball-Verband Mittelrhein. Wahl zum Ehrenpräsident mit Sitz und Stimme im Vorstand
  • 18. Oktober 1993 Durch einstimmigen Beschluss im WFV-Vorstand und Beirat wird Egidius Braun (DFB-Präsident  und über 20 Jahre WFV-Vize-präsident) vom Verbandsvorsitzenden Paul Rasche zum Ehrenmitglied ernannt und mit dem WFV-Ehrenring ausgezeichnet.
  • 1994 Berufung in die WM Organisations-Kommision der FIFA
  • März 1995  "Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen" (überreicht durch Ministerpräsident Johannes Rau)
  • 21./22. Oktober  35. ordentlicher Bundestag des DFB in Düsseldorf 1995. Wiederwahl zum Präsidenten (kein Gegenkandidat)
  • 09. Oktober 1996  Verleihung des "Großoffizierskreuz  des Luxemburgischen Verdienstordens" (Überreichung durch den Premierminister des Großherzogtum Luxemburg Jean-Claude Juncker)
  • 13. Februar 1997  Verleihung „Bundesverdienstkreuz   mit  Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik  Deutschland". (Überreichung durch Bundeskanzler Helmut Kohl)
  • 09. April 1997  Verleihung des "TECOLOTE DE ORO"  Goldene Eule - Symbol für    Wissenschaft und Weisheit  (überreicht durch den Universitäts-Generaldirektor Juan-Jose Leano Alvarez del Castillo, der Universidad Autonoma de Guadalajara (UAG), Mexiko
  • 09. September 1997 "Ehrendoktor-Würde der Nationalen Sportakademie Sofia, (Bulgarien)" - Doctor Honoris Causa -(Verleihung durch den Rektor der Sportakademie Sofia, Professor Dr. Georgi Kaburov) Als Ehrendoktor gleichzeitig Ehrenmitglied des Akademischen Senats, der mit der wissenschaftlichen Einrichtung der Deutschen Sporthochschule Köln zu vergleichen ist.
  • 01. Oktober 1997  "Verdienstordnen der Stadt Berlin" Hatte sich für Berlin als Austragungsort des DFB-Pokal- Endspiels stark gemacht.
  • 07. Januar 1998  "Euregio-Rosette" Verleihung durch den Kölner Regierungspräsidenten   Dr. Franz-Josef Antwerpes als Vorsitzender der Regio Aachen e. V.
  • 03.Juni1998  "Goldener Ehrenring der Stadt Aachen" Ehrung durch    Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden.  Herr Braun ist ein hervorragender Botschafter der Stadt Aachen. Mehr als mehr drei Jahrzehnte trat er für die Belange Aachen's und des völkerverbindenen Fußballsports ein.
  • 14. Oktober 1998  "Ehrenmitglied des Belgischen Fußball-Verbandes". Der belgischer  Amtskollege Michel D'Hooghe würdigte ihn u. a. auch für die Unterstützung zur erfolgreichen EM-Bewerbung 2000
  • 24.Oktober 1998 3. Amtsperiode als DFB-Präsident. Beim 36. Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes wurde Edi einstimmig und erneut gestärkt wiedergewählt. "Auf geht's, DFB, über die Jahrtausendschwelle. Ich bin bereit ! " Verleihung „Staatspreis des Landes Nordrhein Westfalen“ durch Ministerpräsident Wolfgang Clemens
  • 24.4.2001  37. DFB-Bundestag in Magdeburg „Edi Braun kandidiert nicht mehr als DFB Präsident“. Zu diesem Anlass wurde vom DFB eigens die Broschüre „ Die Ära Egidius Braun“ herausgegeben. Später erscheint eine Biografie mit dem Titel „ Fußball ist mehr als ein 1 : 0 “ Mit einem feierlichen Festakt im Beisein von Bundeskanzler Schröder,  Dr. Reinhard Höppner, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt,  Joseph S. Blattler FIFA Präsident,  Lennart Johansson UEFA Präsident und vielen Gästen aus aller Welt wird er als DFB Präsident verabschiedet und zum 1. DFB Ehrenpräsidenten gewählt. Außerdem wird ihm die „Goldene DFB-Ehrennadel verliehen  (höchste DFB Auszeichnung) und der FIFA-AWARD.
  • 25.4.2001   Gründung der „Egidius Braun Stiftung“ des DFB.  In dieser Stiftung will der DFB das soziale Engagement von   Egidius Braun fortsetzen und dabei besonders sein Lebenswerk,    die von  ihm ins Lebens gerufene MEXIKO-HILFE weiter   fördern.
  • Dieter Jollet
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