- Der Klub
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FC Viktoria Breinig - gegründet im Jahr 1910
Unverständlich und sogar seltsam muten uns die Schwierigkeiten an, mit denen die Gründer der Fußballvereine zu Beginn dieses Jahr-hunderts zu kämpfen hatten. Manchmal kam es zu Schwierigkeiten innerhalb der Familie, wenn ein Junge dem runden Leder nachjagen wollte. Probleme galt es zu bewältigen bei der Beschaffung einer Wiese, den nach jedem Spiel wieder abzubauenden "Toren" aus Pfählen und Latten, der Sportkleidung und des Balls. Ganz zu schweigen von den Schwierigkeiten, die den fußballbegeisterten Jungen durch Pfarrer und Lehrer entstanden, wenn die jungen Sportler sonntags in kurzer Hose im Dorf gesehen wurden.
Als "Fußballplatz" diente zunächst eine am heutigen Eschenweg Richtung Weißdornweg gelegene Wiese. Die Tore wurden vor jedem Spiel aus Holzstangen zusammengenagelt, nach Spielschluss wieder abgebaut und mit nach Hause genommen. Die Anstoßzeit wurde so gelegt, dass die Spieler an der Sonntagsandacht am Nachmittag teilnehmen konnten. Darauf wurde von den meisten Eltern sehr großen Wert ge-legt. Die Teilnahme am Spiel wurde vom Kirchenbesuch abhängig gemacht.
Gelegentlich holte sich die Mannschaft vor schweren Spielen Verstärkung im Lehrerseminar Kornelimünster. Doch auch für diese "Gast-Spieler" war ihr Auftritt in einer Fußballmannschaft mit Schwierigkeiten verbunden. Die angehenden Lehrer mussten die Lehranstalt ver-lassen, wenn sie beim Fußballspielen ertappt wurden.
Vom Verbad angesetzte Schiedsrichter kannte man kaum. Die beiden Vereine stellten in der Regel je eine Halbzeit den Schiedsrichter. Nicht immer verliefen die Spiele zur Zufriedenheit der Beteiligten. Es sollen sogar schon Mannschaften unmittelbar vom Platz aus in Spielkleidung fluchtartig die "Heimreise" angetreten haben. Aber das war nicht nur in Breinig so.
Die Pionierzeit des Fußballs wurde auch in Breinig durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges (1914-1918) unterbrochen. Fast alle wurden zu den kaiserlichen Waffen gerufen. Viele kehrten von den Einsätzen an den Kriegsschauplätzen nicht mehr zurück.
Spielverein 1910 Breinig - umbenannt im Jahr 1919
Bereits wenige Monate nach Beendigung des Ersten Weltkrieges im November 1918 trafen sich im Frühjahr 1919 erneut junge Sportler, u den Fußball in Breinig wieder aufleben zu lassen. Bei einer Versammlung im Lokal Heinrich Müller in der damaligen Bahnhofstraße (später: Gaststätte Recker, Raiffeisenstraße) erfolgte die Gründung zum zweiten Mal. Der FC Victoria musste umbenannt werden. Es sollte in Deutschland nichts mehr an kaiserliche Zeiten erinnern. Daher erhielt der verein jetzt den Namen "Spielverein 1910 Breinig". Als Vereins-farben wählte man schwarze Hosen und weiße Trikots.
Ein Gelände der Gemeinde Kornelimünster, begrenzt durch die heutigen Straßen "Auf der Heide" und "Stockemer Straße", sowie durch die Eisenbahnlinie Stolberg - Walheim (später Zirkus Althoff) wurde dem Verein zur Herrichtung eines Sportplatzes zur Verfügung gestellt. Besonders bei nassem Wetter ließ dieser von den Mitgliedern erstellte Platz nur Schlammschlachten zu. Der Vorstand bemüht sich deshalb lange Zeit um ein günstiges Gelände. Der Landwirt Josef Schnitzler stellte auf der Schützheide eine Wiese für den Spielbetrieb am Sonntag zur Verfügung. Doch blieb der neue Sportplatz in erster Linie eine landwirtschaftlich genutzte Fläche. So mussten nicht selten kurz vor Spielbeginn die Kühe vom Platz getrieben werden und deren Hinterlassenschaften entfernt oder mit einer Mistgabel gleichmäßig verteilt werden.
Mehr als einmal kam es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Eigentümer des Platzes und dem Verein. Erst nachdem Heinrich Schnitzler (1906-1965), selbst aktiver Spieler und von den Gegnern gefürchteter Verteidiger, das Anwesen übernommen hatte, wurden auftretende Probleme großzügiger geregelt.
Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im Sommer 1939 und die damit verbundene Einberufung der meisten Männer zur Wehrmacht war für die meisten Sportvereine mit größeren Schwierigkeiten verbunden. Nur wenigen gelang es, an den Wochenenden noch eine Mannschaft zusammenzubekommen. Anfang Januar 1940 muss auch unser Verein den Spielbetrieb einstellen. Das Vereinsleben unserer Sportgemein-schaft kam zum Erliegen. Einzelne Spieler, die zunächst noch nicht einberufen wurden, schlossen sich in Nachbarvereinen zu Spielgemein-schaften zusammen.
Weitere Fakten:
< 1939: Ausbruch des 2. Weltkrieges und die damit verbundene Einberufung der meisten Männer zur Wehrmacht.
< 1940: Einstellung Spielbetrieb
< 1945: Neubeginn trotz Gefangenschaft und Verlust von Spielern durch Tod im Weltkrieg
< 1953: Auszeichnung durch Diplom durch Fußballverband Mittelrhein und entsprechenden Presseberichten, da der SV Breinig mit sämt-lichen Senioren- und Jugendmannschaften als einziger Verein des Verbandes ohne Platzverweis und Verwarnung blieb.
< 1955: Jakob Braun, der Vater des ehemaligen DFB-Präsidenten Egidius Braun, gibt sein Amt als Vorsitzender des SV Breinig auf. Er hatte in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen und mehrfach auch nach dem Neubeginn 1945 die Sportgemeinschaft geführt und geprägt. Für seine Verdienste wurde er zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Die später neu gestaltete Sportanlage "Schützheide" erhielt in Würdigung seiner Verdienste den Namen "Jakob-Braun-Stadion".
Ein neuer Sportplatz entsteht ...
Der alte Sportplatz musste - besonders in den Wintermonaten - manche Schlammschlacht über sich ergehen lassen. Mit Bürsten und Besen wurde nach den Spielen der gröbste Schmutz erst einmal entfernt.
< 1956: Der Vorstand entschied sich für einen völligen Neubau des Sportplatzes Schützheide. Ludwig Welter übernahm die umfangreichen Arbeiten zur Erstellung der Bau- und Finanzierungspläne.
< 1957: Am 4. August konnte ein herrlicher Rasenplatz seiner Bestimmung übergeben werden. Der neue Platz motivierte auch die Spieler.
Goldjubiläum wird gefeiert ...
1960 gibt es einen eindrucksvollen Festabend und eine sich anschließende Sportwoche. Feier im Saal Bauch (heute "Goldener Stern)"; Empfang durch "Edi" Braun mit zahlreichen Ehrengästen wie den Bürgermeister der Gemeinde Kornelimünster, dem Vorsitzenden des Fußball-Kreis Aachen und vielen mehr ...
< 1960: Erhebliche Stärkung der Jugendarbeit durch sprunghaften Anstieg der Jugendmannschaften.
Doppelaufstieg und Festakt zum 60jährigen Bestehen ...
Festakt im Saal der Gaststätte "Zur Treppe". Meisterschaft der A-Junioren und zwei Vizemeisterschaften durch die B- und C-Junioren.
Neubau des Sportplatzes Schützheide und Errichtung eines Sportheimes ...
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- Vorstand 2011
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Die Namen von links nach rechts:
Beisitzer Heiner Flink, Hauptkassierer Siegfried Matheis, Beisitzer Rainer Bengel, Abt. Leiter Fußball Gerd Schnitzler,Beisitzer Horst Walther, Jugendleiter Martin Breuer, Vorsitzender Dieter Jollet, stellv. Vorsitzender Dennis Lange, Beisitzer Albert Willems, Geschäftsführer Michael Boßhammer, Beisitzer Walter Schornstein, stellv. Vorsitzender Frank Sous.
es fehlen: Abt. Leiter TT Hans-Dieter Hilgers, Beisitzer Thomas Zippler.
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Der neue Vorstand des Spielvereins Breinig
- Vorsitzender: Dieter Jollet
- Weiherstr. 4 52223 Stolberg
- Tel. 02402-30040. Mobil 0172-9760461.
- stellvertretende Vorsitzende: Dennis Lange und Frank Sous
- Geschäftsführer: Michael Boßhammer
- Hauptkassierer: Siegfried Matheis
- Abteilungsleiter Fußball: Gerd Schnitzler
- Abteilungsleiter Tischtennis: Hans-Dieter Hilgers
- Jugendleiter: Martin Breuer
- Beisitzer:
- Günter Helbing (stellv. Geschäftsführer)
- Manfred Conrads (besondere Aufgaben)
- Heiner Flink (Koordinator Senioren/Jugend)
- Hubert Kloubert (Schiedsrichterbeauftragter)
- Walter Schornstein, Albert Willems, Thomas Zippler, Rainer Bengel, Horst Walther;
- Kassenprüfer: Stephan Burke, Helmut Conrads, Günter Kloubert;
- Stadionsprecher: Lotte Münch, Thomas Ervens.
- Sportheim: Schützheide 67b 52223 Stolberg Tel 02402-36752
- Weitere wichtige Adressen siehe oben !
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Dieter Jollet lässt sich in Breinig nicht lange bitten
Nachfolger nicht in Sicht. Der langjährige Vorsitzende stellt sich angesichts der Herausforderungen für den Spielverein für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung. Aufatmen unter den Mitgliedern. Führungsriege deutlich verjüngt.
Stellte sich für weitere zwei Amtsjahre als Vorsitzender Zur Verfügung: Dieter Jollet.Foto: D. Müller
Auszug Stolberger Zeitung von Dirk Müller
Stolberg-Breinig. Nicht die Zukunft des geplanten Sportzentrums in Breinig, sondern die Zukunft des Vereins stand auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung des SV Breinig, denn Dieter Jollet hatte angekündigt, das Amt des Vorsitzenden nicht mehr bekleiden zu wollen. „In den Vorstandssitzungen haben wir ausführlich über die zukünftige Vereinsentwicklung diskutiert. Um die etwaige Überbelastung Einzelner zu verhindern, haben wir Strategien entwickelt, die zu einer besseren Aufgabenverteilung im Vorstand führen. Außerdem bin ich selbstverständlich bereit, meinen Nachfolger in alle Bereiche intensiv einzuweisen und einzuarbeiten“, erklärte Jollet. Viele Aktive und 55 stimmberechtigte Mitglieder des SV Breinig waren am Freitagabend zusammengekommen, ein designierter neuer Vorsitzender war allerdings nicht darunter. Da der Zeitpunkt schlecht sei, ohne sta-bile Vereinsführung dazustehen, beschloss Jollet, für eine weitere Amtszeit als Vorsitzender zu kandidieren und wurde so einstimmig – unter hörbarem Aufatmen und anschließend lautstarkem Applaus der Mitglieder – wiedergewählt.Dass der Generationswechsel im Vorstand des SV jedoch nicht gänzlich misslang und lediglich vertagt wurde, zeigen die Änderungen in der Führungsriege des Vereins, die eine sukzessive Verjüngung widerspiegeln. Michael Boßhammer ist der neue Geschäftsführer und Dennis Lange fortan einer der beiden stellvertretenden Vorsitzenden: Die junge Generation rückt auf verantwortungsvollen Posten merklich nach. Hauptkassierer Siegfried Matheis erstattete der Versammlung Bericht über die positive Entwicklung der finanziellen Lage des Vereins, und damit korrespondierend konnte Jollet eine kommende Einsparung verkünden. Der Bau eines Ballfangs wird den SV weniger kosten als zu-nächst veranschlagt, da die benötigten Masten günstig erwerben wurden. Sie stammen aus dem alten Aachener Tivoli.
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- Ehrungen 2010
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Die Vereinsehrungen wurden durchgeführt durch den Vorsitzenden Dieter Jollet und die beiden Stellvertreter Michael Boßhammer und Frank Sous
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Silberne Ehrennadel erhielten
für 25 Jahre Mitgliedschaft oder 10 Jahre Vorstandsarbeit
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Hans- Dieter Hilgers, Toni Greven, Dirk Hoss, Rene Schornstein, Oliver Schornstein, Marco Ganser, Heinrich Lasiota, Edgar Offermann, Georg Pelzer, Gerd Schnitzler, Dirk Remmer, Gerd Zschornak, Sebastian Koll, Klaus Kratzke, Peter Krückels
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Goldenen Ehrennadel
Für mind. 40 Jahre Mitgliedschaft, 20 Jahre Vorstandsarbeit oder ebenfalls besondere Verdienste
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Helmut Conrads, Werner de Fries, Heiner Flink, Rudolf Frantz, Rolf Ley,Arndt Hamacher, Norbert Hartmann, Gisela Helbing, Achim Kreus, Käthe Lützeler, Franz Müller, Walter Schornstein , Thomas Zippler, Walter Welter, Norbert Ganser, Hans- Josef Emonts Boris Conrads, Herbert Heck.
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Den Ehrenkrug für 50 Jahre Mitgliedschaft oder besondere Verdienste
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Burghardt Burke, Paul Berger, Manfred Conrads, Dieter Ganser, Manfred Noack, Franz-Josef Chantraine, Hans Ganser, Werner Nellessen, Siegfried Matheis, Rudolf Braun.
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Martin Breuer wurde für die Teilnahme am 1000 Pflichtspiele des SV Breinig mit einem besonderen Trikot geehrt.
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Die der silberne Verdienstnadel des Fußballverband Mittelrhein wurden vom Kreisvorsitzende Raphael Lamm und dem Ehrenamtsbeauftragten Auzinger geehrt:
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Simone Marcellie, Eckhard Schenk, Ralf Gehlen, Marco Ganser, Albert Willems, Paul Berger, Martin Breuer, Boris Conrads, Stefan Sasse, Werner Frösch, Fr. Jos. Chantraine, Horst Walter,
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Die Silberne Verdienstnadel des WTTV erhielten
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Erich Poschen und Gerd Zschornack.
Die Goldene Verdienstnadel des WTTV erhielt Manfred Noack
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- Egidius Braun
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Der SV Breinig 1910 ist einer von vielen Sportvereinen im Dreiländereck bei Aachen. Dank seinem prominenten Mitglied Egidius Braun ist der SV Breinig 1910 allerdings die bundesweit bekannteste Adresse im Fußball-Amateurlager. Denn immer wenn es sich ergibt, und dafür sorgt er schon, streut der jetzige DFB-Ehrenpräsident einen Hinweis auf die Idylle seines Heimatklubs ein, wo er als Teenager den geraden Schuss und den klassischen Kopfball erlernte. Für den Erhalt dieser und möglichst vieler ähnlich heiler Breinig-Biotope in deutschen Landen, die Kinder noch in ihrem Sozialverhalten fürs Leben schulen, lohne es sich zu kämpfen, fügt er gerne an.
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Egidius Braun (der seltene Vorname stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet soviel wie "Schildhalter") spielte oft als bekennender Katholik häufig sonntags im Kloster der Augustinerinnen in Aachen-Walheim bei der heiligen Messe die Orgel; er macht aus seiner Vorliebe für den so genannten "kleinen Fußball" keinen Hehl und spricht auch sonst darüber, dass er viel Gutes tut. Wer ihn deshalb einen Populisten nennt, tut dem Mann unrecht. Den Fußball, referierte er zu seiner Zeit als DFB-Präsident gerne, vor allem die Nationalspieler, "kann ich eben nur in dieser Position für Sozialarbeiten missbrauchen".
Kein Zweifel, mit dem studierten Kaufmann (Ex- und Importbetrieb für Agrarprodukte) und Unternehmensberater Braun als Präsident an der Spitze hatte der DFB sein nationales und internationales Engagement im Sozialbereich ausgeweitet. Der Aachener fühlte sich zwar in vielerlei Hinsicht den Vorgaben seines Wegbegleiters und Freundes Neuberger verpflichtet, trat auch durchaus wie sein Vorgänger als charismatischer Kosmopolit auf, doch verlor er nie seine Chancen aus den Augen, den Schwachen zu helfen, die sich hinter den Schlagzeilen des großen Geschäfts mit dem Ball ducken. Über spöttische Mutmaßungen, mit dieser Fürsorge sei er nicht mehr von dieser Welt und in der Ellenbogen-Gesellschaft eine Fehlbesetzung, ging er mit mildem Lächeln hinweg. "Pater Braun", wie er in Anlehnung an die berühmte Romanfigur genannt wurde und wird ("Wenn damit beschrieben werden soll, dass mir menschliches Miteinander von großer Bedeutung ist, bin ich damit sehr einverstanden. Wenn damit gemeint ist, dass ich zu allem ja und amen sage, ist das völlig falsch."), wusste und weiß sich durchzusetzen. Wer je mit ihm am Verhandlungstisch saß, hat’s erfahren. Sein Spesensatz - eine altmodische Zahl, mit der er gern kokettiert - belief sich auf 20 Mark am Tag und stand in umgekehrtem Verhältnis zu seinem zeitweiligen Drang, sich als Workaholic zu betätigen. Braun fühlte sich als Anwalt von fast sechseinhalb Millionen Mitgliedern, die im DFB den größten Einzelsportverband der Welt darstellen, "die bedeutendste Gesellschaftsbewegung überhaupt", und ihr Mandat verlieh ihm Durchschlagskraft und seinen Argumenten zusätzliche Stärke.
Dass Braun, der seine Karriere in der Sportverwaltung Anfang der siebziger Jahre beim Fußballverband Mittelrhein begann, einmal Neuberger an der Spitze beerben würde, war zunächst nicht abzusehen. Sein Rückblick: "Als ich 1977 zum DFB-Schatzmeister gewählt wurde, galt ich keineswegs als Wunschkandidat des damaligen Präsidiums. Für Hermann Neuberger und mich brachte die Zeit nach der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien ein Schlüsselerlebnis. Nach diesem wenig erfreulichen Turnier forderte ich die Bereitschaft zu interner, harter Selbstkritik. Dies wurde zunächst missverstanden. Doch als ich Neuberger deutlich machte, dass nicht die Kritik an Personen gemeint war, dass ich im Gegenteil mein eigenes Schicksal mit seinem verbinden würde, war dies die Wurzel unserer vertrauensvollen Gemeinsamkeit."
Neuberger und sein "Schildhalter" Braun, sie bildeten zusammen ein starkes Team. Gemeinsam bewältigten sie die Anfeindungen im Vorfeld des Europameisterschaftsturniers 1988 in Deutschland, gemeinsam feierten sie den deutschen WM-Triumph 1990 in Italien, gemeinsam managten sie die Gewinn-Maximierung im TV-Millionenpoker um die Übertragungsrechte der Bundesliga, der Länderspiele und der großen internationalen Turniere. Braun sah sich nach dem Tod seines Freundes und Vorgängers ständig steigendem Druck ausgesetzt, dem Pay-TV für die Fußball-WM 2002 und 2006 unter ausschließlich kommerziellen Gesichtspunkten die Tore zu öffnen. Ein solches Ansinnen ging ans Eingemachte. "Nicht für eine Milliarde Mark", beschied er die Antragsteller, werde er zulassen, "dass den Fußballfans ihre Nationalelf verschlüsselt wird. Das wird es unter mir nicht geben."
Ebenso kraftvoll setzte sich Egidius Braun für die deutsche WM-Bewerbung ein. Dies, so Braun mit Inbrunst, sei eine optimale Chance, sich als "neues Deutschland im Herzen Europas" darzustellen. Aber nicht ohne zwei Stadien in den neuen Bundesländern. Die Vergabe der Ausrichtung der WM 2006 an Deutschland im Sommer 2000 bleibt also massgeblich mit der Arbeit von Egidius Braun verbunden. Braun, ein Freund der schönen Künste, der als Delegationsleiter des deutschen Teams in Mexiko (WM 1986) am Flügel für Stimmung sorgte und als Sportdiplomat in der Bonner guten Stube des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker aufspielte, wirkte in der Öffentlichkeit außerordentlich liebenswürdig und zugänglich. Zweifellos verstand er es in seiner verbindlichen Art, Menschen zu sich ins Boot zu ziehen. Er zeigte Gefühl, auch wenn ihn Kameras beobachten. Die Tränen, die Braun nach der schrecklichen Handlung deutscher Krimineller am französischen Polizisten David Nivel im WM-Spielort Lens vergossen hat, rührten Zuschauer in aller Welt an, weil sie ehrlicher Ausdruck seiner Erschütterung waren. "Das war die schwärzeste Stunde meines Lebens", gestand er und verwarf trotzdem den vorübergehenden Gedanken, als Ausdruck der Trauer die Nationalmannschaft aus dem laufenden Turnier zurückzuziehen: "Wir hätten vor dem Ungeist und dem Verbrechen kapituliert."
Sehr betroffen machten Braun auch die Umstände, die wenige Wochen nach dem WM-Aus der Nationalmannschaft (im Viertelfinale gegen Kroatien) im September 1998 zum Rücktritt des Bundestrainers Berti Vogts führten, mit dem ihn ein besonderes Verhältnis verband.
Einen Monat später bestätigte der DFB-Bundestag Egidius Braun mit großer Mehrheit in seinem Amt. Sein Kampf gegen Drogenmißbrauch, Arbeitslosigkeit, Armut in Dritte-Welt-Ländern und osteuropäischen Staaten, für die Integration von Ausländern und die Aufwertung des Ehrenamtes geht
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- Fußballerischer Lebensweg unseres Ehrenmitglied und
- DFB-Ehrenpräsidenten
- Dr. h.c. Egidius Braun
- 27. Februar 1925 in Breinig geboren
- Besuch der römisch-katholischen Volksschule Breinig
- Eintritt als Jugendlicher in den SV Breinig
- 16. März 1943 Abitur / Städtisches Gymnasium Alsdorf
- ab 1946 nach Rückkehr aus Kriegsgefangenschaft aktiver Spieler in der 1. Mannschaft Selbständiger Unternehmer (Kartoffel-Braun) Philosophie und Jurastudium
- 08. Mai 1954 18. August 1956 2. Vorsitzender SV Breinig
- 19. August 1956 20. Februar 1959 1. Vorsitzender SV Breinig
- 21. Februar 1959 08. Januar 1960 2. Vorsitzender SV Breinig
- 9. Januar 1960 19. Januar 1961 1. Vorsitzender SV Breinig
- 1960 –1968 Schiedsrichter (bis Bezirksliga)
- 20. Januar 1961 25. Januar 1962 2. Vorsitzender SV Breinig
- Ehrennadel in Gold des SV Breinig
- 15. April 1967 - 26. April 1971 Beisitzer Spruchkammer Fußballkreis-7-Aachen
- 04. Juni 1969 16. Juni 1971 1. Vorsitzender
- ab April 1971 Vorsitzender Spruchkammer Fußballkreis-7-Aachen
- 24. April 1971 - 25. Mai 1973 Vorsitzender Fußballkreis -7-Aachen
- 19. Juni 1971 - 4. August 1973 Vorstandsmitglied (Beisitzer) Fußball-Verband Mittelrhein
- 28. Oktober 1972 - 30.Juni 1973 Berufung in die DFB-Kommission "Neuordnung des Spielsystems" "Steuern und Wirtschaft"
- 26. Mai 1973 - 14. Mai 1975 Vorsitzender Fußballkreis-7-Aachen - Wiederwahl -
- 04. August 1973 Sportschule Hennef - 12.25 Uhr 270 Delegierte aus den Vereinen des Fußball-Verbandes Mittelrhein wählten den 48-jährigen Edi Braun Vorsitzender des, Fußballkreis-7- Aachen zum neuen Vorsitzenden des Fußball- Verbandes Mittelrhein gleichzeitig Mitglied des DFB-Beirates
- 05. August 1973 Aufrücken in den Vorstand des Westdeutschen Fußball-Verbandes
- 28. Oktober 1974 Beisitzer im DFB-Ausschuss - Steuern und Wirtschaft -
- 29. Oktober 1977 28. ordentlicher Bundestag des DFB Wahl zum DFB-Schatzmeister unter Beibehaltung des Amtes als 1. Vorsitzender des Fußball-Verbandes Mittelrhein
- Juni 1981 Verbandstag Fußball-Verband Mittelrhein Für weitere 2 Jahre zum 1. Vorsitzenden gewählt. Mitglied der Organisations-Kommission (UEFA)
- Juni 1983 dstag Fußball-Verband Mittelrhein Für weitere 2 Jahre zum 1. Vorsitzenden gewählt.
- 31. August 1984 Bestätigung durch das Exekutiv-Komitee der UFFA als Mitglied der Organisations- Kommission
- 28. Februar 1985 60. Geburtstag Verleihung "Bundesverdienstkreuz 1. Klasse" durch den Minister für Bundesangelegenheiten des Landes NRW, Günter Einert. Redebeiträge: "Edi fällt ständig nach oben. Er widerspricht damit allen Gesetzen der Gravitation ! "(Willi Hennes)
- Am 07. August gehört Ihnen das TIVOLI-Stadion zum Spiel der WM Elf von 1974 gegen den SV Breinig" (Oberbürgermeister der Stadt Aachen, Kurt Malangre)
- 04. August 1985 Ehrenmitglied des SV 1910 Breinig
- 05. Juli 1986 Verbandstag des Fußball-Verband Mittelrhein. Wiederwahl zum 1. Vorsitzenden, mit "Standing ovations" gefeiert, ohne Gegenstimme und Enthaltung. Geburtsstunde der "Mexiko-Hilfe"
- Juni 1986 Erneut zum Mitglied der Organisations-Kommission (UEFA) bestellt. (hier: Fußball-Europameisterschaft)
- 12. Oktober 1987 Verleihung „Sportplakette des Landes Nordrhein-Westfalen“ überreicht durch Kultusminister Schwier)
- 24. Juni 1988 19. ordentlicher Kongress der Europäischen-Fußball-Union (UFFA) in München. Bei den anstehenden Neuwahlen entschieden sich die Delegierten aus 35 Ländern bereits im 1. Durchgang in geheimer Wahl für Egidius Braun als Mitglied des Exekutiv - Komitee's. Er übernahm Aufgaben in der Organisations-Kommission für die Fußball-EM .
- 26. Februar 1990 Vizepräsident der Organisation - Kommission der UEFA für die Eropameisterschaft
- 17. April 1991 Verleihung „Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" (ausgehändigt durch Bundesinnenminister Dr. Schäuble, in Bonn 17.06.1991)
- 24.Juni 1992 Bestätigung als Mitglied des Exekutiv - Komitee's der UFFA (Vorsitzender EM-Organisations-Kommission)
- Ende Juni 1992 Verbandstag Fußball-Verband-Mittelrhein Für weitere 3 Jahre zum Vorsitzenden gewählt.
- 24. Oktober 1992 34. Bundestag des DFB 10.45 Uhr, Berlin, Palast-Hotel Einstimmige Wahl zum neuen DFB-Präsidenten
- 13. März 1993 Verbandstag des Fußball-Verband Mittelrhein. Wahl zum Ehrenpräsident mit Sitz und Stimme im Vorstand
- 18. Oktober 1993 Durch einstimmigen Beschluss im WFV-Vorstand und Beirat wird Egidius Braun (DFB-Präsident und über 20 Jahre WFV-Vize-präsident) vom Verbandsvorsitzenden Paul Rasche zum Ehrenmitglied ernannt und mit dem WFV-Ehrenring ausgezeichnet.
- 1994 Berufung in die WM Organisations-Kommision der FIFA
- März 1995 "Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen" (überreicht durch Ministerpräsident Johannes Rau)
- 21./22. Oktober 35. ordentlicher Bundestag des DFB in Düsseldorf 1995. Wiederwahl zum Präsidenten (kein Gegenkandidat)
- 09. Oktober 1996 Verleihung des "Großoffizierskreuz des Luxemburgischen Verdienstordens" (Überreichung durch den Premierminister des Großherzogtum Luxemburg Jean-Claude Juncker)
- 13. Februar 1997 Verleihung „Bundesverdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland". (Überreichung durch Bundeskanzler Helmut Kohl)
- 09. April 1997 Verleihung des "TECOLOTE DE ORO" Goldene Eule - Symbol für Wissenschaft und Weisheit (überreicht durch den Universitäts-Generaldirektor Juan-Jose Leano Alvarez del Castillo, der Universidad Autonoma de Guadalajara (UAG), Mexiko
- 09. September 1997 "Ehrendoktor-Würde der Nationalen Sportakademie Sofia, (Bulgarien)" - Doctor Honoris Causa -(Verleihung durch den Rektor der Sportakademie Sofia, Professor Dr. Georgi Kaburov) Als Ehrendoktor gleichzeitig Ehrenmitglied des Akademischen Senats, der mit der wissenschaftlichen Einrichtung der Deutschen Sporthochschule Köln zu vergleichen ist.
- 01. Oktober 1997 "Verdienstordnen der Stadt Berlin" Hatte sich für Berlin als Austragungsort des DFB-Pokal- Endspiels stark gemacht.
- 07. Januar 1998 "Euregio-Rosette" Verleihung durch den Kölner Regierungspräsidenten Dr. Franz-Josef Antwerpes als Vorsitzender der Regio Aachen e. V.
- 03.Juni1998 "Goldener Ehrenring der Stadt Aachen" Ehrung durch Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden. Herr Braun ist ein hervorragender Botschafter der Stadt Aachen. Mehr als mehr drei Jahrzehnte trat er für die Belange Aachen's und des völkerverbindenen Fußballsports ein.
- 14. Oktober 1998 "Ehrenmitglied des Belgischen Fußball-Verbandes". Der belgischer Amtskollege Michel D'Hooghe würdigte ihn u. a. auch für die Unterstützung zur erfolgreichen EM-Bewerbung 2000
- 24.Oktober 1998 3. Amtsperiode als DFB-Präsident. Beim 36. Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes wurde Edi einstimmig und erneut gestärkt wiedergewählt. "Auf geht's, DFB, über die Jahrtausendschwelle. Ich bin bereit ! " Verleihung „Staatspreis des Landes Nordrhein Westfalen“ durch Ministerpräsident Wolfgang Clemens
- 24.4.2001 37. DFB-Bundestag in Magdeburg „Edi Braun kandidiert nicht mehr als DFB Präsident“. Zu diesem Anlass wurde vom DFB eigens die Broschüre „ Die Ära Egidius Braun“ herausgegeben. Später erscheint eine Biografie mit dem Titel „ Fußball ist mehr als ein 1 : 0 “ Mit einem feierlichen Festakt im Beisein von Bundeskanzler Schröder, Dr. Reinhard Höppner, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Joseph S. Blattler FIFA Präsident, Lennart Johansson UEFA Präsident und vielen Gästen aus aller Welt wird er als DFB Präsident verabschiedet und zum 1. DFB Ehrenpräsidenten gewählt. Außerdem wird ihm die „Goldene DFB-Ehrennadel verliehen (höchste DFB Auszeichnung) und der FIFA-AWARD.
- 25.4.2001 Gründung der „Egidius Braun Stiftung“ des DFB. In dieser Stiftung will der DFB das soziale Engagement von Egidius Braun fortsetzen und dabei besonders sein Lebenswerk, die von ihm ins Lebens gerufene MEXIKO-HILFE weiter fördern.
- Dieter Jollet
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- Wichtige Adressen
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